WAZ – 01.02.2007

Die Ruhrpottband

Wenn Bands ihren eigenen Musikstil beschreiben sollen, dann endet das meistens in einem Rumgeeier à la “Wir lassen uns nicht in eine Schublade drängen.” Weil Ruhrgebietsmenschen aber für ihre Direktheit bekannt sind, gibt es von “Unquote” auf Stilfragen eine unverblümte Antwort: “Wir machen emotionale Songs mit schweren Gitarrenparts”, beschreibt Björn Endruscheit die Klänge, die regelmäßig aus dem Proberaum der Band ertönen.

Der Mülheimer gehört zu den Gründungsmitgliedern von “Unquote”, die sich aus einem bunt gemischten Haufen aus Studenten, Auszubildenden und einem hauptamtlichen Barkeeper zusammensetzen. Anfang 2005 schlossen sich die sechs Jungs aus dem Ruhrgebiet zusammen, um Musik zu machen – bereits mit großem Erfolg. Bei den Essener Rocktagen gewannen sie einen Auftritt auf der “Young Stage” bei Essen Original sowie Aufnahmen in einem professionellen Studio. Als “Unquote” ihre selbst produzierten Songs dann allerdings einsingen wollte, gab es die böse Ãœberraschung – das Studio existierte bereits nicht mehr. So blieb es also erst mal doch bei dem älteren Demo-Tape mit drei Songs aus der Anfangszeit der Bandgeschichte.

Das ist zwar nicht so, wie sich die Jungs von “Unquote” ihren Start in die Musikszene vorgestellt haben, aber sie nehmen es gelassen. “Bei uns geht es vor allem darum, gemeinsam Spaß zu haben und mit guten Freunden abzuhängen”, sagt Björn. Und im Proberaum abhängen, das macht die Band meist das Ganze Wochenende. “Wir basteln immer gemeinsam an den Songs”, so Björn, der kein Instrument spielt, sondern für den Bereich “Gesang und Geschrei” zuständig ist. Streitereien, die die Band vor eine ernsthafte Zerreißprobe gestellt hätten, seien dennoch nicht üblich. “Zitat Ende” heißt “Unquote” auf gut Deutsch. Damit zollt die Band sowohl ihrer Liebe zu bekannten Filmzitaten als auch ihrer Neigung zum gepflegten Dialog Tribut. “Bei uns wird alles ganz in Ruhe ausdiskutiert”, sagt Björn.

Auch was ihre musikalischen Ziele angeht, üben sich “Unquote” in Bescheidenheit. “Wir wollen nicht Deutschlands nächste Superstars werden”, sagt Björn. Anders als die Casting-Stars, sind “Unquote” selbst gemacht – auch, wenn sie schon mal im Internet nach einem weiteren Bandmitglied gesucht haben. Die Jungs singen über “Lebensweisheiten und Schicksalsschläge” in englischer Sprache. “Das klingt besser in unseren Ohren”, findet Björn.

Wie es in euren Ohren klingt, könnt ihr am Freitag, 9. Februar, im Dröhnschuppen in Nähe der Gladbecker Stadthalle feststellen. Da geben die Jungs zusammen mit einigen anderen Bands ab 19 Uhr ein Konzert. a.ha Die sechs Jungs der Ruhrpott-Band “Unquote”.