WAZ – 23.03.2006

Brillantes Ende des Zitats

Rocktage Ost waren ein voller Erfolg: Zwölf Bands und rund 800 Besucher sorgten für gute Stimmung im Julius-Leber-Haus. Nachwuchsband “Unquote” gewann den ersten Preis vor “Dysuria” und “El Cáñamo”

Von Steffi Nickol

Vier Tage lang bewiesen wieder zwölf Nachwuchsbands im Rahmen der Rocktage Ost ihr Können im Julius-Leber-Haus (Awo). Die Gewinner des Wettbewerbs heißen “Unquote” (übersetzt: “Ende des Zitats”). Ihre Musik reicht von Emo über Hardcore bis hin zu Metal. Die Jury befand ihren Auftritt als “brillant” und so zogen sie als Erste in das Finale ein. “Wir haben das erste Mal in dieser Besetzung vor Publikum gespielt und sind trotz einiger Schnitzer recht zufrieden”, erzählt Björn, einer der beiden Sänger. Ihre nächsten Konkurrenten waren dann “Dysuria”. Deren Spezialitäten sind Hardcore sowie Grind. Auch sie rockten das Haus, begeisterten das junge Publikum und die Jury, die sich am Donnerstag eindeutig für “Dysuria” entschied. Den letzten freien Platz für das Finale gab es am Freitag zu ergattern. Auch Björn kam vorbei, um sich die Konkurrenz anzuschauen. “Gestern konnte ich leider nicht, aber mal gucken, wer heute gewinnen wird”, erzählt er gespannt. An diesem Abend machten die drei Jungs von “El CaŽnamo” mit ihren Reggae-Rhythmen das Rennen, die beim Publikum sofort in die Beine gingen. “Naichhalt” lieferten den außergewöhnlichsten Beitrag an diesem Abend: Sie besangen unter anderem die Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts.

Am Samstag war das große Finale. “Dysuria” machten den Anfang. Zum Soundcheck waren sie aber nicht gekommen. “Die müssen ja ihr Image als Rocker pflegen”, bemerkt Jürgen Zips-Zimmermann augenzwinkernd, der durch seinen Einsatz bei der Organisation das Event ermöglichte. Der Grund dafür habe aber auch darin gelegen, dass die Band kurz zuvor noch CDs angefertigt hatte, die es dann für zwei Euro zu kaufen gab, so Daniel, Bassist von “Dysuria”. Den Auftritt sah er kritisch: “Wir hatten ein paar Probleme. Ein Kabel war kaputt und eine Gitarre ist immer ausgefallen.” Dafür stachen die Leistungen des Schlagzeugers Nils hervor. Dann betraten “El CaŽnamo” die Bühne und brachten mit ihrem Reggae-Sound auch jene in Fahrt, die zuvor zu “Dysurias” Klängen abgerockt hatten. “Na ja, ein paar Fehler waren dabei. Wir sind aufgeregt gewesen”, meint Andy, Sänger und Gitarrist, über den Auftritt. “Das war erst unser vierter Auftritt.” Das Publikum feierte die Band mit Sprechchören.

Für den krönenden Abschluss sorgten “Unquote”. “Schön, dass so viele Leute da sind, trotz des heutigen Finales von DSDS”, scherzte Björn. Und dann griffen sie an: Sie spielten, rockten und röhrten, was das Zeug hielt. “Ist aber nett, wie ihr da vorne
abgeht”, meinte Sascha, ebenfalls Sänger, zum Publikum vor der Bühne. Gegen 22.30 Uhr verkündete die Jury dann den Sieger: “Unquote” . Sie gewannen zwei Studiotage sowie einen Auftritt auf der “Young Stage” bei “Essen.Original”. Der zweite Platz ging an “Dysuria”, die einen Gutschein von 150 Euro für einen Musikladen gewannen. “El Cáñamo”, Drittbeste, nahmen einen 100 Euro-Gutschein mit nach Hause. Die Freude bei “Unquote” war groß, sie zeigten sich nahezu sprachlos: “Vielen, vielen Dank”, jubelten sie – Ende des Zitats.

Die Rocktage Ost könne man mit dem Wort “perfekt” bezeichnen, resümiert Jürgen Zips-Zimmermann. Der Ablauf der Veranstaltung, die Anzahl der Helfer sowie das Verhalten der Besucher seien sehr zufriedenstellend gewesen. Er schätzt, dass an den vier Tagen rund 800 Besucher da waren.World Wide Web Die Fansder Finalisten können sich auf folgenden Homepages informieren: www.unquote.de, www.el-canamo.de.vu. Die Website von “Dysuria” ist in Arbeit. “El Cáñamo” suchen übrigens noch musikalische Verstärkung für ihre Band.